World of Warcraft und das Player versus Player, das ist eine lange und schwere Entwicklung gewesen. Zwar gab es schon vom ersten Tag an extra ausgezeichnete PvP-Server, jedoch waren die ersten Schritte mehr als vorsichtig. Vor allem ehemalige Dark Age of Camelot oder Ultima Online Spieler erhofften sich von Blizzards Vorzeigespiel auch neue Maßstäbe im PvP. Mittlerweile ist das PvP weiter in World of Warcraft gewachsen und auch mit Wrath of the Lich King wird sich vieles ändern.
World of Warcraftet startete im Jahr 2004 sehr minimalistisch was PvP betraf. Spieler der gegnerischen Fraktion konnten sich zwar die Rübe einschlagen, aber dies blieb völlig ohne Auswirkungen. Weder bekam der siegreiche Spieler etwas, noch verlor der Besiegte irgendetwas außer Zeit. Dies sollte sich durch den ersten großen PvP-Patch ändern. Hier wurde dann versucht den siegreichen Spieler mit Honor-Punkten zu belohnen. Die World of Warcraft war aber schon damals groß und daher bildeten sich inoffizielle Schlachtfelder. Das Gebiet wo es eines der ersten Zusammentreffen der beiden Fraktionen gab war Hillsbrad Foothills. Die beiden verfeindeten Städte Tarrens Mill und Southshore lagen sich quasi gegenüber und so entstand in dieser Zone eine bewegliche Front. Ganze Abende haben sich hier Level 60 Spieler gegenseitig auf die Mütze gehauen und das alles nur für einige wenige Honor-Punkte, die später gegen blaue Gegenstände eingetauscht werden konnten. Hier gab es sogar kurzzeitig „Dishonor", welches man erlangte wenn man zivile NPCs (Questgeber, Händler usw.) umlegte. Eines der größten Probleme in dieser Art des PvP hatten aber die Spieler, die zwischen Level 25 und 30 in diesem Gebiet questen wollten. Immer kam man zwischen die Fronten und wurde von viel höher leveligen Spielern umgenietet.
Ein wirklich ernsthaftes PvP-System wurde erst sehr viel später eingeführt und zwar durch die Battlegrounds. Hier war es dann erstmals möglich ganz gezielt mit einer gleichen Anzahl von Spielern gegeneinander anzutreten. Da diese Battlegrounds zuerst aber Serverbeschränkt waren, gab es lediglich zwei oder drei Alterac Valleys pro Tag auf den meisten Server, das führte zu Wartezeiten von mehreren Stunden. Abhilfe schaffte erst das Zusammenfassen verschiedener Realms zu einem Realmpool. Trotz dieser Probleme hatte das PvP zum ersten Mal einen Sinn bekommen und es wurde endlich mit gleichen Waffen gekämpft.
Wenig später sollte das PvP dann in das eSport-Zeitalter aufbrechen. Die Arenen tauchten mit The Burning Crusade auf und Spieler konnten in kurzen Schlachten im 2v2, 3v3 oder 5v5 aufeinander treffen. Hier ging es dann nicht mehr darum bestimmte Objekte zu erreichen, sondern lediglich das Ausschalten der Gegner führte zum Sieg. Gleichzeitig wurde auch eine zweite PvP-Währung eingeführt und zwar die Arena-Punkte. Diese sollten auch für eine höhere Chancengleichheit sorgen, denn für diese Punkte gab es die Arena-Sets, welche speziell an die Bedürfnisse von PvP-Spieler angepasst wurden. Das PvP-System war bis zum heutigen Tag also ständig in Bewegung und dies soll auch so bleiben.
Wrath of the Lich King greift beim Thema PvP eines der schwersten Punkte auf. Blizzard versuchte seit den Zeiten der Hillsbrad-Kämpfe, das Open-PvP zu beleben. Unter Open-PvP versteht man das Aufeinandertreffen beider Fraktionen in freier Wildbahn, also ab von Battlegrounds und Arenen. Hier wurden schon sehr früh PvP-Objekte in die offene Welt eingeführt. So konnten Tower in Eastern Plaguelands eingenommen werden, oder unter PvP-Bedingungen Sand in Silithus gesammelt werden. Leider wurden diese Konzepte von den Spielern absolut gar nicht angenommen und die jeweiligen Gebiete starben schnell aus.
Auch mit dem ersten Addon, The Burning Crusade, wollte Blizzard diese Art des PvPs wieder beleben, denn es war nicht so, dass die Spieler diese Form des PvPs nicht wollten. Immer wieder wurde von den Spielern beklagt, dass das Open-PvP zu wenig Motivation birgt. So setzte Blizzard im Addon dann auch auf Open-PvP in fast jeder Zone. Über das gesamte Outland gibt es verschiedene PvP-Ziele die erreicht werden können und sogar interessante Boni bieten. Leider blieb es aber auch hier beim Versuch, denn durch das Verstreuen der Spieler, starb auch in den neuen Ländern das Open-PvP fast vollkommen aus.
Bei Wrath of the Lich King wird ein neuer Versuch unternommen und zwar mit Wintergrasp ist eine komplette Zone dem Open-PvP gewidmet. Wer diese Zone betritt wird automatisch angreifbar, auch auf PvE-Servern, und nimmt an der Schlacht teil. Um diese Zone zu erreichen ist übrigens ein Flugmount von Nöten, welches in Northrend erst ab Level 77 genutzt werden kann. Die Aufgabe in diesem Gebiet ist es eine Festung zu erobern. Eine Fraktion ist jeweilig die verteidigende und eine Fraktion die angreifende Armee. Sollte eine Fraktion erfolgreich die Festung einnehmen, dann ist sie in der nächsten Runde die verteidigende Armee. Scheitert die Angreifer jedoch, dann werden sie mit zusätzlichen Ressourcen solange ausgestattet, bis sie es geschafft haben das Zielobjekt einzunehmen. Dies soll verhindern, dass eine Fraktion vollkommen dominiert.
Das Besondere an dieser Zone sind jedoch die Fahrzeuge. Schon am Releasetag vor vier Jahren sprach Blizzard von kommenden Belagerungswaffen und mit Wrath of the Lich King soll es endlich soweit sein. Um die Festung einzunehmen, muss nämlich vorher ein Schutzwall überwunden werden. Dies wird mit verschiedenen, von Spielern kontrollierten, Belagerungswaffen durchgeführt. Hier gibt es Forsaken Catapults, Siege Engines, Demolisher, Goblin Shredder und Flying Machines. Welche Waffe ihr benutzen könnt, hängt von eurem Wintergrasp-Rang ab. Dieser wird bei jeder neuen Runde resetet und erstreckt sich über drei Ränge. Ihr startet als Recruit, werdet dann Corporal und am Ende als First Lieutnant.
Um die Spieler nach Wintergrasp zu kriegen, befinden sich hier einige tägliche Quests die von Spielern gemacht werden können. Somit können wir hoffen, dass sich immer genug Spieler auf dem Schlachtfeld befinden. Der Sieg wird übrigens auch reich belohnt, denn die siegreiche Fraktion darf sich einem Raidboss stellen der einige Gegenstände dropt. Ebenfalls profitiert die gesamte Fraktion vom dem halten von Wintergrasp, denn die Bosse in Northrend dropen für die siegreiche Fraktion bestimmte Shards, welche gegen PvP-Ausrüstung eingetauscht werden kann.
Wintergrasp wird aber nicht die einzige Neuerung im PvP bleiben. Spieler der neuen Erweiterung dürfen sich auch über einen neuen klassischen 15-Mann Battleground freuen und zwar Strand of the Ancients. Hier startet die angreifende Fraktion am Strand und muss sich durch drei Schutzwälle vorkämpfen und es bis zum Ende des Battlegrounds schaffen. Die Verteidigende Fraktion versucht dies natürlich zu verhindern. Auch in diesem Battlegrounds haben die Angreifer Zugriff auf die bekannten Belagerungswaffen um die Wälle zu zerstören. Danach gibt es einen Seitenwechsel und die Verteidiger sind nun die Angreifer und vice versa. Welche Fraktion es in der kürzeren Zeit schafft, hat diesen Battleground gewonnen.
Wer dagegen weder mit Open-PvP noch mit Battlegrounds etwas anfangen kann, der wird sich vielleicht über die zwei neuen Arenen freuen können. Einmal wird der Ring of Valor in Orgrimmar eingeweiht und natürlich auch die Dalaran Arena. Das besondere an den neuen Arenen soll sein, dass es bewegliche Objekte gibt, welche die Line of Sight brechen können. Dadurch kann das Positionieren in der Arena noch wichtiger werden, als es das bisher war.
Somit wird Wrath of the Lich King auch für PvP-Spieler viele tolle Sachen beinhalten. Egal ob Battleground, Arena oder Open-PvP, wobei vor allem letzteres hoffentlich endlich den Durchbruch schaffen wird. Durch die Belagerungswaffen bietet aber auch der neue Battleground viel Spaß für bis zu 30 Spieler. Dies werden aber sicher nicht die letzten Änderungen an dem PvP-System von World of Warcraft bleiben. Tigole kündigte schon kurz nach der Blizzcon weitere tief greifende Änderungen an.
Vor allem der Erfolg von Warhammer: Online brachte Blizzrd zu einigen Aussagen. So soll es zukünftig möglich sein, dass ein Spieler im PvP Erfahrungspunkte erhalten kann. Wie genau das aussehen soll, wurde zwar noch nicht verraten, aber dies könnte das hochziehen von Twinks einen neuen Wind verpassen. Trotzdem ist dieser weite Ausblick wirklich nur Spekulation. Vorerst sollten wir uns auf den 13.11 freuen, wenn dann endlich Wrath of the Lich King erscheint und wir neben viel PvE-Inhalt, auch mit neuem spannendem Futter im PvP rechnen dürfen. Schärft eure Waffen!
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